Mittelalterliche Kirchen zwischen Trave und Peene

Studien zur Entwicklung einer norddeutschen Architekturlandschaft

Das Land Mecklenburg war über Jahrhunderte ein sich langsam entwickelndes Staatsgebilde, das nach außen hin in ziemlich unveränderten Grenzen Bestand hatte. Im Inneren fanden jedoch immer wieder infolge von Erbauseinandersetzungen verschiedenste Teilungen, aber auch, wenn in einem Landesteil niemand als Erbe da war, wohl zuweilen Zusammenschlüsse statt. Und doch waren die Außengrenzen Mecklenburgs keine undurchlässigen Linien. In den angrenzenden Gebieten westlich und östlich waren Lebensbedingungen, Kultur, Tradition und eben auch Baukunst ähnlich und in Vielem sogar gleich.

Nun hat Tilo Schöfbeck aus Schwerin zu den Sakralbauten dieses Landschaftsraumes eine umfangreiche Arbeit erstellt und diese in einem Buch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Arbeit mit dem Untertitel „Studien zur Entwicklung einer norddeutschen Architekturlandschaft“ war gleichzeitig die wissenschaftliche Leistung, für die er promoviert wurde.

 

Der Autor hat einen weiten Bogen gespannt, von den Anfängen der Besiedlung des ehemals slawischen Landstriches durch einwandernde sächsisch-westfälische Siedler, von Einflüssen aus der südlich angrenzenden Mark Brandenburg und die dort durch Ostfalen beeinflussten Kirchbauten bis hin zur Herausbildung der damals deutlich dominierenden Städte im Küstenraum und der langsamer wachsenden Orte im Hinterland.


„…imponiert die umfang- und ergebnisreiche Studie durch ihre komplexe Herangehensweise, die konsequente Anwendung der Dendrochronologie und die vielfältigen, für alle mediävistischen Wissenschaften interessanten Resultate.“

Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, B. 61, H.1 (2016)


Tilo Schöfbeck hat die Gemeinsamkeiten herausgearbeitet und die Besonderheiten einzelner Standorte mit großer Akribie beschrieben. Er hat den Einfluss gleicher Baumeister und deren Wirken analysiert und sich besonders umfangreich mit den Holzkonstruktionen im mittelalterlichen Kirchenbau dieser Region befasst.

Wer sich mit den alten Kirchen südlich der Ostsee beschäftigen möchte, für den ist das Buch sozusagen „ein Muss“. Die detaillierte Beschreibung der einzelnen Sakralbauten und die umfangreichen Darstellungen in Fotos, Zeichnungen und Skizzen sind besonders erwähnenswert. Dieses Buch kann sowohl zum Lesen wie auch zum gelegentlichen Nachschlagen empfohlen werden.